Das Meridiansystem eines jungen Menschen reift mit 12 Jahren
vollständig aus. Vorher findet man viele Leitbahnen vor allem an den Händen und
an spezifischen Körperarealen.
Die Behandlung unterscheidet sich also stark von der
Erwachsenenmassage.
Die Energie der Kinder ist zudem
sehr labil. Pathogene Faktoren können sich in Kindern schneller manifestieren.
Behandlungen haben dementsprechend auch eine viel schnellere Wirkung als bei
Erwachsenen. Die Krankheitsbilder konnten noch nicht durch jahrelanges
Fehlverhalten verwurzelt werden.

Die Frau entwickelt sich gemäss den
Chinesen in 7 Jahreszyklen, der Mann in 8 Jahreszyklen. Werden Krankheiten noch
vor dem 7. (bzw. 8.) Lebensjahr behandelt, sind diese noch nicht in tiefere
Schichten eingedrungen und sind einfacher zu beseitigen.
Sanfte Streich-, Knet- und
Druckbewegungen aktivieren die Selbstheilungskräfte der Kinder. Durch Oele,
Puder oder Wasser schützt man die Haut vor zu starker Reibung. Die Massage
entwickelt sich zu einem spielerischen Austausch zwischen Kind und Therapeut.
Shonishin
(japanische Kinderakupunktur) ergänzt die Massage in idealer Weise. Zur
Behandlung benutzt man kleine Metallwerkzeuge unterschiedlichster Gestalt,
streicht die Meridiane (Leitbahnen) aus, klopft bestimmte Körperstellen, presst
verschiedene Akupunkturpunkte oder klebt Kügelchen. Dabei werden keine Nadeln
durch die Haut gestochen.
Als Spezialgebiet behandelt
Shonishin das Hyperaktivitätssyndrom. Aus eigener Erfahrung
empfehle ich diese Behandlung speziell an solche Kinder. Wieso mit chemischen
Mitteln kalt stellen, wenn alternative beruhigende Möglichkeiten vorhanden sind.
Verdauungs- und Atembeschwerden, Schlafstörungen, nächtliches Weinen,
Bettnässen, Harnverhalt, Schwächezustände, geistige und körperliche Retardation
sind einige weitere wichtige Indikationen für die Behandlung mit Traditioneller
Massage und Shonishin.